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Hermann Stehr - Das Mandelhaus

Hermann Stehr - Das Mandelhaus



"Das Mandelhaus", 1913 zuerst unter dem Titel "Geschichten aus dem Mandelhause" erschienen, 1953 von Stehrs Schwiegersohn Wilhelm Meridies, aus dem Nachlass vervollständigt, unter diesem Titel erneut herausgegeben, ist nach des Autors Abwendung vom Naturalismus (ab 1909 mit "Drei Nächte") das zweite Werk seiner neuromantischen Phase. Das Verschmelzen von impressionistischer Technik und ruraler Stofflichkeit erhält hier zum ersten Mal jenen bei Stehr seltenen humorvollen Schimmer, der auf die Weibsteufel-Geplagtheit des versponnenen Dorfschneiders Eusebius Mandel ebenso fällt wie auf etliche kaum weniger verschrobene Figuren aus dem bäuerlichen Milieu. Ganz ernst dagegen nimmt der Erzähler die Seele des kleinen Amadeus, des Sohnes des verwitweten Mandelschneiders, und das Aufkeimen seiner künstlerischen Kreativität, die es inmitten beschränktester Bedingungen schwer genug hat.
(brucewelch)

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Hermann Stehr - Leonore Griebel

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Hermann Stehr verkörpert mit seinem beachtenswerten Frühwerk (1898-1905) eine besondere Spielart des Impressionismus, die den »Naturalismus des Innenlebens« stofflich mit Themen der Heimatkunstbewegung verknüpft. Dies bleibt auch Grundlage der Werke seiner neuromantischen (ab 1909) und »völkischen« (ab 1926) Phase, die nichts mit der »Blut-und-Boden«-Literatur zu tun haben, weshalb der Autor auch vom dogmatischen Nationalsozialismus abgelehnt wird, während der offizielle NS-Staat ihn gleichzeitig als repräsentativen Dichter feiert.

Mit seinem ersten Roman "Leonore Griebel" ist Stehr zweifellos am weitesten in die Moderne vorgestoßen; Alfred Kerr nannte ihn in seiner "Totentanz"-Rezension (1912) "ein dunkles Werk schlesischer Meisterschaft". Hier ist mit äußerster Konsequenz Stehrs mystischer Kosmos derart belebt, dass Dalis malerischer Surrealismus auf literarischer Ebene vorweggenommen scheint. Auch im Stoff trifft das Werk …

Friedrich Schiller - Der Venuswagen

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Wenn wir Schillers Werke nach dem Gedicht »Der Venuswagen« durchblättern, werden wir es kaum finden. Schillers erste Verse sind stets verfemt gewesen. Der Dichter hat sie selbst unterdrückt Dennoch - sie sind gerade für den Anfang des großen künstlerischen Schaffens überaus charakteristisch; ihr Wert ist nicht allein im literarischen Kuriosum zu suchen.
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Bernardin de Saint-Pierre – Paul und Virginie und Die indische Hütte

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In diesem kleinen Werke habe ich mir große Aufgaben gestellt: Ich bemühte mich, einen Boden und eine Pflanzenwelt zu schildern, die von denen Europa's sehr verschieden sind. Unsere Dichter haben ihre Liebenden lange genug am Ufer der Bäche, auf den Wiesen und unter dem Laubdache der Buchen ausruhen lassen. Ich habe sie einmal an das Gestade des Weltmeers, an den Fuß der Felsen, in den Schatten der Cocosbäume, der Bananen und blühenden Citronenbäume versetzt. Es fehlt jener andern Hälfte der Welt nur an Theokriten und Virgilen, um von ihr mindestens eben so anziehende Gemälde zu erhalten, als wir sie von unserm eigenen Lande besitzen. Ich weiß wohl, daß geschmackvolle Reisende uns zauberhafte Schilderungen von mehreren Inseln der Südsee gegeben haben; allein die Sitten ihrer Bewohner und noch mehr die der Europäer, die daselbst landen, gereichen der Landschaft oft zur Unzierde. Ich habe gewünscht, mit der Schönheit…