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Hermann Stehr - Das Mandelhaus

Hermann Stehr - Das Mandelhaus



"Das Mandelhaus", 1913 zuerst unter dem Titel "Geschichten aus dem Mandelhause" erschienen, 1953 von Stehrs Schwiegersohn Wilhelm Meridies, aus dem Nachlass vervollständigt, unter diesem Titel erneut herausgegeben, ist nach des Autors Abwendung vom Naturalismus (ab 1909 mit "Drei Nächte") das zweite Werk seiner neuromantischen Phase. Das Verschmelzen von impressionistischer Technik und ruraler Stofflichkeit erhält hier zum ersten Mal jenen bei Stehr seltenen humorvollen Schimmer, der auf die Weibsteufel-Geplagtheit des versponnenen Dorfschneiders Eusebius Mandel ebenso fällt wie auf etliche kaum weniger verschrobene Figuren aus dem bäuerlichen Milieu. Ganz ernst dagegen nimmt der Erzähler die Seele des kleinen Amadeus, des Sohnes des verwitweten Mandelschneiders, und das Aufkeimen seiner künstlerischen Kreativität, die es inmitten beschränktester Bedingungen schwer genug hat.
(brucewelch)

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Mit seinem ersten Roman "Leonore Griebel" ist Stehr zweifellos am weitesten in die Moderne vorgestoßen; Alfred Kerr nannte ihn in seiner "Totentanz"-Rezension (1912) "ein dunkles Werk schlesischer Meisterschaft". Hier ist mit äußerster Konsequenz Stehrs mystischer Kosmos derart belebt, dass Dalis malerischer Surrealismus auf literarischer Ebene vorweggenommen scheint. Auch im Stoff trifft das Werk …

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