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Hermann Stehr - Der begrabene Gott

Hermann Stehr - Der begrabene Gott


Der zum Frühwerk gehörende Roman "Der begrabene Gott", im Jahre 1905 im renommierten S.Fischer-Verlag publiziert, ist bereits 1898 entstanden. Bei seinem Erscheinen hatte das Werk eine buchstäblich überwältigende Wirkung auf die Zeitgenossen. "Hier ist etwas gemacht aus dem Dunkelsten und Tiefsten des Lebens. Unseres Lebens und des Lebens aller Kreaturen. Hier greift im Finstern eine riesige Hand, eine Schöpferhand, um das Ganze von drei Menschen herum und kommt dabei an die dumpfen Ketten, die alles Irdische aneinanderknüpfen, daß sie aufzucken wie Fühlend-Blutig-Lebendiges", schreibt etwa Hugo von Hofmannsthal nach der Lektüre in geradezu stammelnder Diktion, die gewiss nicht nur auf das Konto der impressionistischen Nervosität dieser Jahre zurückgeht. – So wie "Der Schindelmacher" Gerhart Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" an die Seite zu stellen ist, kann der "Der begrabene Gott" als episches Gegenstück zu "Rose Bernd" betrachtet werden. Stehrs eigentümliche Innenschau ist in seinem bedeutendsten Roman verknüpft mit einem oft gnadenlosen, bisweilen gar zynischen Realismus, einer unerbittlichen Folgerichtigkeit des Geschehens und einem tiefschwarzen Fatalismus.
(brucewelch)

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In diesem kleinen Werke habe ich mir große Aufgaben gestellt: Ich bemühte mich, einen Boden und eine Pflanzenwelt zu schildern, die von denen Europa's sehr verschieden sind. Unsere Dichter haben ihre Liebenden lange genug am Ufer der Bäche, auf den Wiesen und unter dem Laubdache der Buchen ausruhen lassen. Ich habe sie einmal an das Gestade des Weltmeers, an den Fuß der Felsen, in den Schatten der Cocosbäume, der Bananen und blühenden Citronenbäume versetzt. Es fehlt jener andern Hälfte der Welt nur an Theokriten und Virgilen, um von ihr mindestens eben so anziehende Gemälde zu erhalten, als wir sie von unserm eigenen Lande besitzen. Ich weiß wohl, daß geschmackvolle Reisende uns zauberhafte Schilderungen von mehreren Inseln der Südsee gegeben haben; allein die Sitten ihrer Bewohner und noch mehr die der Europäer, die daselbst landen, gereichen der Landschaft oft zur Unzierde. Ich habe gewünscht, mit der Schönheit…