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Levin Schücking - Ein Sohn des Volkes

Levin Schücking - Ein Sohn des Volkes




Dieser Roman ist eines von Levin Schückings frühen Werken; er erschien 1849 in zwei Bänden mit fast 900 Seiten (aber keine Panik: das liegt am kleinen Satzspiegel und großen Zeilenabstand: die ePub-Zählung bringt es nur noch auf 348 Seiten).

Aus der Veröffentlichungszeit betrachtet ist das Werk kein Zeit-, sondern ein zeitgeschichtlicher Roman. Er erstreckt sich über die Jahre 1789 bis 1795, also zur Zeit der Französischen Revolution, und beginnt im rheinischen Gebiet östlich von Köln, zwischen Wupper und Agger, führt dann im folgenden Jahr nach Wien, 1792 nach Paris, in die Atmosphäre der sog. Septembermorde, und schließlich im Zusammenhang der Koalitionskriege 1795 zurück ins Rheinland.
Es treten im Roman auch historische Persönlichkeiten auf, so in Wien der aufgeklärte Kaiser Joseph II. höchstselbst, auch sein Staatskanzler Graf Kaunitz, der "Metternich des Josephinismus"; ferner der durch seine Mozart-Libretti unsterblich gewordene Lorenzo da Ponte. In Paris machen wir Bekanntschaft mit einer der "Amazonen der Revolution": Theroigne de Mericourt. -
Es ist ein bunter, handlungsreicher Roman mit großen Schicksalsschlägen, tiefen Feindschaften in der Gegenwart und bedeutsamen Geheimnissen aus der Vergangenheit.
Es dürfte kein Zufall sein, dass Schücking im Jahre der scheiternden deutschen 48er-Revolution dieses Werk publizierte: Es stellt nicht zuletzt auch einen Kommentar zur Revolution überhaupt dar. Seine Botschaft lautet: Reine Fürstenherrschaft ist ebenso wie reine Volksherrschaft bestimmt von "Unvernunft, Leidenschaft und bösen Gelüsten" - nötig ist die Herrschaft einer "Aristokratie der Intelligenz". - Der heutige Leser fragt sich da womöglich, als was sich Revolutionäre denn wohl seit eh und je verstanden haben?

Das Cover zeigt den Ausschnitt eines Bildes von Alexandre Bloch, Das Grab Rochejaqueleins (ca. 1895). Dass es sich bei letzterem um einen der Anführer des Aufstands der Vendée gegen die jakobinischen Revolutionäre handelte, ist mir bewusst. Wer das Buch gelesen hat, wird mir vielleicht trotzdem zustimmen, dass das Bild gut passt.

(brucewelch)

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